Du setzt dich mit deinen Farben an den Tisch und denkst: Jetzt möchte ich endlich den Kopf frei bekommen. Für eine Weile nicht planen, grübeln oder auf irgendetwas reagieren müssen. Aber was ist, wenn die Gedanken beim Malen gar nicht verschwinden?
Genau diese Frage beschäftigt mich in meiner neuen Podcastfolge. Es geht um abstraktes und intuitives Malen, um Aufmerksamkeit und um den Unterschied zwischen Abschalten und einem Zustand, den wir als meditativ beschreiben.
Diese Podcastfolge ist über YouTube eingebettet.
Abstrakt malen und den Kopf frei bekommen – geht das wirklich?
Du kannst die vollständige Podcastfolge direkt hier ansehen oder auf YouTube anhören.
Ist Abschalten schon Meditation?
Ich kenne diesen Moment gut: Ich beginne zu malen, beobachte Wasser, Farbe und Bewegung – und nach einigen Minuten tritt vieles, was mich vorher beschäftigt hat, in den Hintergrund. Der Alltag wird leiser. Manchmal vergesse ich sogar die Zeit.
Aber wenn es nur darum ginge, für eine Weile alles andere zu vergessen, könnte auch Nähen meditativ sein. Oder Gärtnern, Kochen und das Schrauben an einem Motorrad. Auch dabei können wir vollkommen in einer Tätigkeit aufgehen und den Alltag ausblenden.
Vielleicht ist genau das zunächst einfach Versunkenheit – ein Zustand, in dem wir ganz im Tun aufgehen.
Das Meditative beginnt für mich noch an einer anderen Stelle: bei der Art, wie ich meine Aufmerksamkeit ausrichte. Nehme ich wahr, was gerade geschieht? Spüre ich die Bewegung, das Material und den Widerstand? Kann ein Gedanke auftauchen, ohne dass ich ihm sofort weiter folgen muss?
Vielleicht ist nicht das Malen selbst meditativ.
Vielleicht wird es meditativ durch die Art, wie wir beim Malen anwesend sind.
Ich bin keine Meditationslehrerin. Wenn ich hier von meditativem Malen spreche, beschreibe ich meine persönliche Erfahrung von Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und Gegenwärtigkeit beim Malen.
Ist der Pinsel manchmal eine Barriere?
Ausgangspunkt dieser Folge war ein Satz aus meiner Community. Eine Zuschauerin schrieb, dass sie den Pinselstiel manchmal wie eine Barriere empfindet – als Abstand zwischen sich und dem, was sie beim Malen spürt.
Ich fand diese Beobachtung sofort interessant. Kann ein Werkzeug tatsächlich beeinflussen, wie unmittelbar wir mit unserem Bild verbunden sind? Ist der Pinsel eine Verlängerung unserer Hand – oder liegt durch ihn immer auch etwas zwischen uns und der Farbe?
Darauf gibt es vermutlich keine Antwort, die für alle Menschen gilt. Ein Pinsel, ein Schwamm, ein Tuch oder die eigenen Hände können sich für jeden von uns vollkommen unterschiedlich anfühlen.

Wie ich selbst den Pinsel erlebe, warum ich den Gedanken der Zuschauerin trotzdem sofort verstanden habe und was sich für mich beim Malen mit den Händen oder einem Schwamm verändert, erzähle ich in der Podcastfolge.
Mit jedem Werkzeug entsteht eine andere Spur. Und auch mein Kontakt zum Bild verändert sich.
Muss der Kopf beim Malen wirklich leer werden?
Ich möchte beim Malen gar nicht immer ruhig werden oder meine Gedanken loslassen. Manchmal bringe ich eine Frage, ein Erlebnis oder ein Gefühl bewusst mit ins Atelier.
Das kann Freude sein, Trauer, Wut oder etwas, für das ich noch keine Worte habe. Auf der Leinwand muss daraus keine Lösung entstehen. Aber aus einem Gedanken wird eine Handlung: Ich setze eine Farbe, übermale sie, lasse etwas stehen oder reagiere auf etwas, das unerwartet entstanden ist.
Vielleicht liegt genau darin eine besondere Möglichkeit der Kunst. Sie muss uns nicht immer beruhigen. Sie kann uns erlauben, bei etwas zu bleiben und trotzdem Veränderung zuzulassen.
Im Podcast gehe ich diesen Gedanken weiter nach: Was unterscheidet Abschalten von meditativer Aufmerksamkeit? Was verändert der direkte Kontakt mit Farbe? Und was geschieht, wenn wir Gedanken und Gefühle nicht loswerden wollen, sondern ihnen im Malprozess Raum geben?
Hör den Gedanken im Podcast weiter
Wenn dich diese Fragen beschäftigen, hör dir die vollständige Folge an. Mich interessiert anschließend besonders, wie du selbst das Malen erlebst.
Podcast hören oder den Malprozess ansehen
🎧 Gedanken hören
Im Podcast spreche ich über Aufmerksamkeit, Werkzeuge, Gedanken und Gefühle beim Malen.
▶ Malprozess ansehen
Im dazugehörigen Video siehst du das abstrakte Malen mit Händen, Schwamm, Wasser und Acrylfarbe.

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Wie ist es bei dir?
Wird dein Kopf beim Malen frei oder nimmst du deine Gedanken bewusst mit auf die Leinwand? Ist der Pinsel für dich eine Verlängerung deiner Hand oder schafft er manchmal Abstand? Schreib mir deine Erfahrung gern unter die Podcastfolge auf YouTube.
Schön, dass du hier bist.
Alles Liebe und bleib bunt
Deine Petra

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