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Ein falscher Griff zur Farbe und plötzlich entwickelt sich mein Bild in eine völlig andere Richtung. Wow, das war ein Schreck! Statt transparentem Braun hatte ich gerade Schwarz auf meine Leinwand gekippt. Und das ausgerechnet auf den Ginkgo-Blättern mit ihren wunderschönen Krakelier-Rissen! "Mist" ;) Das wird jetzt wohl anders als geplant.
Aber lange überlegen kann ich jetzt sowieso nicht, sonst ist die Farbe trocken. Also Wasser drauf und erst mal sehen, was passiert. Nach so vielen Jahren Malerei weiß ich: Es gibt immer eine Lösung. Tatsächlich lässt sich die schwarze Farbe wunderbar verteilen. Ich arbeite erstmal mit Ocker und Weiß weiter und schaue mir die Wirkung an. Hm, da könnte doch dieses tiefe Navy-Blau richtig gut passen, oder? Also probiere ich es aus. Und tatsächlich, die Farbe gefällt mir in Verbindung mit den wunderschönen Strukturen richtig gut.
Im Video nehme ich dich mit durch meinen Malprozess: von der ersten Kreidezeichnung über meine selbst hergestellte Spachtelmasse bis zu den letzten Entscheidungen mit Farbe und Gold.
Schau mir beim Malen über die Schulter →
Ginkgo abstrakt malen: Eine lockere Kreidezeichnung als Anfang
Am Anfang hatte ich eine recht einfache Vorstellung: Drei Ginkgo-Blätter sollten auf die Leinwand Platz nehmen. Mich interessierten vor allem ihre besonderen Formen. Ich wollte sie nutzen, um hohe Strukturen und ausgeprägte Krakelier-Risse entstehen zu lassen.
Also fange ich mit Kreide an. Ein paar lockere Linien reichen mir, um die Blätter auf der Leinwand anzuordnen. Dabei schaue ich, wie die Formen miteinander wirken. Wo lasse ich Platz? Wie verteile ich die drei Blätter, damit eine interessante Bildaufteilung entsteht?
Ich zeichne bewusst locker. Schließlich möchte ich später mit der Spachtelmasse arbeiten. Dabei verändern sich die Formen ohnehin noch einmal.
Mit etwas Wasser löse ich die Kreide an. Schon jetzt entstehen interessante Übergänge und erste Veränderungen. Eigentlich gefällt mir dieser Zwischenstand bereits gut. Aber ich habe mir für dieses Bild etwas anderes vorgenommen. Ich möchte unbedingt sehen, wie die Ginkgo-Blätter mit einer kräftigen plastischen Struktur wirken.
Ginkgo-Blätter mit selbst hergestellter Spachtelmasse gestalten
Jetzt kommt meine selbst hergestellte Spachtelmasse zum Einsatz. Ich arbeite schon seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Strukturmassen. Mich interessieren die Eigenschaften dieser Materialien und die vielen Möglichkeiten, die sich damit in der abstrakten Malerei ergeben.
Bei diesem Bild möchte ich die Ginkgo-Blätter richtig plastisch aufbauen. Mit dem Palettenmesser trage ich die Masse auf und entwickle nach und nach die einzelnen Formen.
Dabei halte ich mich natürlich nicht streng an meine Kreidezeichnung. Während ich arbeite, entstehen neue Kanten, Erhebungen und Vertiefungen. Ich schaue immer wieder auf das gesamte Bild. Wie wirken die einzelnen Blätter miteinander? Braucht eine Form mehr Höhe? Wo möchte ich die Oberfläche noch verändern?
Ich mag diese Arbeit besonders. Wenn ich mit der Spachtelmasse beschäftigt bin, konzentriere ich mich vollständig auf das Material und das, was auf der Leinwand passiert. Das ist für mich eine wunderbare Möglichkeit, abzuschalten und einfach ins Tun zu kommen.
Krakelier-Effekt mit Strukturpaste: Die Risse machen den Unterschied
Jetzt wird es für mich besonders interessant. Ich möchte ausgeprägte Krakelier-Risse erzeugen. Die Oberfläche soll an einigen Stellen regelrecht aufbrechen, damit die einzelnen Ginkgo-Blätter eine starke plastische Wirkung bekommen.
Wenn du schon häufiger meine Videos gesehen hast, weißt du, dass ich gerne mit selbst hergestellten Spachtelmassen experimentiere. Dabei habe ich über die Jahre viele Erfahrungen gesammelt. Je nach Material und Verarbeitung können ganz unterschiedliche Oberflächen entstehen.
Bei diesem Bild interessieren mich vor allem die großen, deutlich sichtbaren Risse. Ich möchte, dass die Struktur später auch aus etwas Entfernung noch gut erkennbar ist.
Warum entstehen solche ausgeprägten Krakelier-Risse?
Die Rissbildung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zusammensetzung, Materialeigenschaften, Verarbeitung und Trocknung spielen dabei zusammen. Genau diese Zusammenhänge finde ich spannend. Durch meine langjährige Arbeit mit unterschiedlichen Spachtelmassen habe ich viele Möglichkeiten kennengelernt, die Oberflächen gezielt zu beeinflussen.
Weil mich die Ergebnisse bei diesem Ginkgo-Bild auf weitere Ideen gebracht haben, arbeite ich gerade an einem ausführlichen Onlinekurs. Darin zeige ich dir, wie ich unterschiedliche Krakelier-Strukturen entwickle und gezielt beeinflusse. Auch die Vorbereitung klassischer Malgründe, sowie die anschließende künstlerische Gestaltung gehören dazu.
Du möchtest erfahren, wann mein neuer Onlinekurs erscheint? Mit meiner kostenlosen Atelierpost erhältst du regelmäßig neue Malideen, persönliche Einblicke aus meinem Atelier und exklusive Rabattaktionen für meine Abonnenten. Natürlich informiere ich dich auch, sobald der neue Kurs verfügbar ist.
Atelierpost abonnieren & Vorteile sichern →Abstrakt malen mit Acryl: Wenn die Farbe eine neue Richtung vorgibt
Zurück zu meiner schwarzen Farbe. Eigentlich wollte ich eine warme Farbwirkung mit Brauntönen erzielen. Jetzt habe ich plötzlich diese harten, kühlen Kontraste auf der Leinwand. Das war nun wirklich nicht mein Plan ;)
Also muss ich mich entscheiden: Versuche ich, wieder Wärme ins Bild zu bringen, oder gehe ich mit der neuen Farbwirkung weiter? Ich entscheide mich fürs Weiterarbeiten und schaue, wohin mich die Farbe führt.
Was mich an diesem Moment besonders interessiert, ist die Veränderung der gesamten Bildwirkung. Vorher standen die hellen Ginkgo-Blätter im Mittelpunkt. Jetzt wirken plötzlich auch die dunklen Bereiche und die Zwischenräume ganz anders.
Tiefe und Kontraste: Wie aus Schwarz eine neue Farbwelt entsteht
Nach den harten, kühlen Kontrasten versuche ich zunächst wieder etwas Wärme ins Bild zu bringen. Doch dann kommt mir eine andere Idee: Wie wäre es mit einem tiefen Blau? Ob das funktioniert und wie sich das Bild dadurch verändert, siehst du im Video.
Besonders gut gefallen mir die Kontraste zwischen den plastischen Ginkgo-Blättern und dem dunklen Hintergrund. Durch die Farbgestaltung werden auch die unterschiedlichen Oberflächen des Bildes immer deutlicher sichtbar.
Dieses tiefe Nachtblau, fast schon Marineblau, hatte ich wirklich nicht vorgesehen. Aber genau deshalb bleibe ich beim Malen gerne offen für Veränderungen. Ich entdecke Möglichkeiten, auf die ich mit meinem ursprünglichen Plan wahrscheinlich nie gekommen wäre.
Nachtblau und Gold: Wann ist ein abstraktes Bild fertig?
Jetzt bin ich mit der Farbwirkung eigentlich schon ziemlich zufrieden. Aber fertig? Ich schaue mir das Bild noch einmal in Ruhe an und probiere unterschiedliche Rahmen aus.
Ein Rahmen verändert die Wirkung eines Bildes teilweise ganz erheblich. Und dann ist da noch meine Idee mit dem Gold.
Die Verbindung zwischen dem tiefen Blau und dem warmen Gold gefällt mir besonders gut. Allerdings möchte ich die Goldakzente zurückhaltend einsetzen. Die ausgeprägten Krakelier-Risse sollen weiterhin im Mittelpunkt stehen.
Bei solchen letzten Entscheidungen versuche ich immer wieder, etwas Abstand zum Bild zu gewinnen. Braucht es wirklich noch mehr Farbe? Möchte ich noch etwas hervorheben? Oder lasse ich es jetzt einfach so?
Materialien für abstrakte Ginkgo-Malerei
Wenn du selbst mit Ginkgo-Blättern, Acrylfarbe und plastischen Strukturen experimentieren möchtest, findest du hier eine Übersicht der Materialien aus meinem Malprozess.
- Leinwand als Malgrund
- Kreide für die erste Zeichnung
- Selbst hergestellte Spachtelmasse
- Palettenmesser und Spachtel
- Acrylfarben, darunter Schwarz und Weiß
- Weitere Farben für die Farbgestaltung
- Gold für die abschließenden Akzente
- Pinsel und Wasser
- Föhn für die Arbeit mit der Strukturmasse
Wenn du mit fertigen Materialien arbeiten möchtest, kannst du auch geeignete Struktur- und Krakelierprodukte verwenden. Beachte dabei die jeweiligen Verarbeitungshinweise.
Spachtelmasse selbst herstellen und kreativ einsetzen
Du möchtest selbst mit Strukturpaste experimentieren? Meine Spachtelmassen stelle ich seit vielen Jahren selbst her. Dadurch kann ich mit unterschiedlichen Konsistenzen und Oberflächen arbeiten und immer wieder neue Möglichkeiten entdecken.
Wenn du ebenfalls deine eigene Spachtelmasse herstellen möchtest, findest du in meinem Shop zwei passende Angebote.
Strukturmasse selbst herstellen und anwenden
Du möchtest deine eigene Strukturmasse anrühren und anschließend damit malen? In meinem Onlineangebot zeige ich dir die Herstellung und Anwendung. Du kannst die Möglichkeiten des Materials kennenlernen und anschließend selbst experimentieren.
Spachtelmasse selber machen →Struktur & Farbe – Video mit Workbook
Hier kannst du mich durch einen vollständigen intuitiven Malprozess begleiten. Ich zeige dir, wie ich selbst hergestellte Strukturpaste mit Acrylfarben verbinde und daraus ein abstraktes Bild entwickle. Im dazugehörigen Workbook findest du auch mein Rezept für die Strukturmasse.
Struktur & Farbe entdecken →IN ARBEIT
Mein neuer Atelierfilm: Krakelier-Effekte gezielt gestalten
Die ausgeprägten Risse bei meinem Ginkgo-Bild haben mich auf weitere Ideen gebracht. Deshalb beschäftige ich mich gerade noch intensiver mit den Möglichkeiten der Rissbildung und arbeite an einem neuen ausführlichen Atelierfilm.
Darin möchte ich dir genauer zeigen, wie ich unterschiedliche Krakelier-Strukturen entwickle, gezielt beeinflusse und anschließend gestalterisch einsetze.
Sobald mein neuer Atelierfilm fertig ist, erfährst du es über meine Atelierpost.
Zur kostenlosen Atelierpost →Häufige Fragen zum abstrakten Malen mit Ginkgo und Strukturpaste
Ist ein abstraktes Ginkgo-Bild auch für Anfänger geeignet?
Ja. Die charakteristische Form des Ginkgo-Blattes eignet sich wunderbar als Ausgangspunkt. Eine lockere Kreidezeichnung reicht zunächst völlig aus. Du kannst mit wenigen Farben beginnen und dein Bild Schritt für Schritt weiterentwickeln. Für besonders ausgeprägte Krakelier-Effekte ist allerdings etwas mehr Materialkenntnis hilfreich.
Kann ich normale Strukturpaste für einen Krakelier-Effekt verwenden?
Nicht jede Strukturpaste entwickelt beim Trocknen Risse. Auch fertige Krakelierprodukte unterscheiden sich in ihrer Verarbeitung und im Ergebnis. Ich arbeite seit vielen Jahren mit selbst hergestellten Spachtelmassen und experimentiere mit unterschiedlichen Zusammensetzungen und Oberflächen. Gerade für ausgeprägte plastische Risse ist das Zusammenspiel verschiedener Faktoren entscheidend.
Wie entstehen besonders ausgeprägte Krakelier-Risse?
Die Rissbildung lässt sich durch verschiedene Faktoren beeinflussen. Entscheidend sind unter anderem die Eigenschaften der verwendeten Masse, der Auftrag und der Trocknungsprozess. Dabei können ganz unterschiedliche Oberflächen entstehen: von feinen Rissen bis zu ausgeprägten, plastischen Strukturen. Wie ich diese Effekte gezielt entwickle und anschließend farblich gestalte, zeige ich ausführlich in meinem neuen Atelierfilm.
Welche Farben passen zu einem abstrakten Ginkgo-Bild?
Ginkgo-Blätter lassen sich in ganz unterschiedlichen Farbwelten gestalten. Bei meinem Bild ist die Kombination aus tiefem Navy-Blau, Grau, Weiß und feinen Goldakzenten eher zufällig entstanden. Die starken Hell-Dunkel-Kontraste unterstreichen die plastischen Formen. Besonders interessant finde ich, wie sich die Wirkung der Strukturen durch die Farbgestaltung verändert.
Was ich aus solchen unerwarteten Momenten mitnehme
Beim Malen passiert immer wieder etwas, das ich ursprünglich überhaupt nicht vorgesehen hatte. Das gehört für mich inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Natürlich ärgere ich mich auch einmal über eine falsche Farbe oder einen misslungenen Auftrag. Aber nach so vielen Jahren weiß ich: Es gibt immer Möglichkeiten, weiterzumachen.
Oft entstehen ausgerechnet durch solche Situationen neue Ideen. Und manchmal gefällt mir das, was schließlich daraus wird, sogar besser als meine ursprüngliche Vorstellung.
Ich glaube, genau diese Erfahrung kann auch beim eigenen Malen unglaublich hilfreich sein. Du musst nicht immer schon vorher wissen, wohin sich dein Bild entwickeln wird. Du darfst ausprobieren, verändern und deine eigenen Entscheidungen treffen.
Mehr Sicherheit beim abstrakten Malen
Du möchtest Acrylfarben besser kennenlernen, eigene Farbtöne mischen und verschiedene Werkzeuge ausprobieren? In meinem Online-Grundkurs begleite ich dich mit praktischen Übungen auf deinem Weg zur eigenen abstrakten Bildsprache. Du kannst die einzelnen Techniken kennenlernen und anschließend für deine eigenen Bilder nutzen.
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MEIN BUCH
Frei und fließend malen
In meinem Buch geht es um freies, experimentelles Malen und um die Verbindung von Technik und Intuition. Du findest darin viele Anregungen, um Materialien zu erkunden und deine eigene Bildsprache weiterzuentwickeln.
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Im Ginkgo-Video kannst du meinen gesamten Malprozess miterleben. Von der ersten Kreidezeichnung über die plastischen Ginkgo-Blätter bis zu dem unerwarteten Farbwechsel und den letzten Entscheidungen.
Den Malprozess im Video ansehen →Und jetzt bin ich neugierig: Wie gehst du damit um, wenn sich dein Bild plötzlich ganz anders entwickelt als geplant? Erzähl es mir gerne direkt unter meinem YouTube-Video.
Schön, dass du hier bist. Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag um 9 Uhr bei der nächsten Videopremiere im Livechat.
Bunte Grüße
Petra Thölken

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