Farbe kann auf der Leinwand mehr sein als eine farbige Fläche. Sobald sie dicker wird, hält sie die Bewegung des Spachtels fest. Rillen, Kanten und Erhebungen bleiben sichtbar und verändern sich mit jeder weiteren Farbschicht.
Besonders spannend beginnt dieser Prozess für mich schon vor dem Malen: beim Anrühren einer eigenen Strukturmasse. Aus wenigen Zutaten entsteht ein Material, dessen Konsistenz und Oberfläche du selbst beeinflussen kannst. Du kannst es auftragen, wieder abnehmen, einfärben und beobachten, wie daraus eine ganz eigene Bildstruktur wächst.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie sich pastose Acrylfarbe, fertige Strukturpaste und selbst hergestellte Strukturmasse unterscheiden – und wie du mit diesen Materialien mehr Tiefe in deine abstrakte Malerei bringst.
Im Video siehst du, wie pastose und fließende Acrylfarben unterschiedlich auf der Leinwand reagieren.
Was bedeutet pastos in der Acrylmalerei?
Pastos beschreibt einen dicken Farbauftrag. Die Farbe bleibt körperlich auf dem Bildträger und zeigt noch nach dem Trocknen, ob sie mit einem Spachtel geschoben, mit einem Pinsel gesetzt oder mit den Fingern bewegt wurde.
Das unterscheidet sie von einer fließenden Acrylfarbe, die sich verteilt, verläuft oder in Vertiefungen sammelt. Beides lässt sich wunderbar miteinander verbinden: Die dicke Farbe baut eine Oberfläche auf, die flüssige Farbe reagiert später auf ihre Rillen und Kanten.
Pastose Acrylfarbe ist eine dicke Farbe, die ihre Spuren auf der Leinwand behält.
Fertige Strukturpaste ist bereits gebrauchsfertig und je nach Produkt fein, grob, leicht oder besonders standfest.
Selbst hergestellte Strukturmasse wird aus einzelnen Bestandteilen angerührt. Dadurch lernst du das Material von Grund auf kennen und kannst deine eigene Oberfläche entwickeln.
Warum Strukturmasse selbst herstellen?
Beim Selbermachen beginnt das Gestalten nicht erst mit dem Spachtel. Aus einfachen Zutaten entsteht eine preiswerte, zunächst ungefärbte Strukturmasse. Schon beim Anrühren spürst du, ob sie weich, fest, glatt oder körnig wird. Du lernst, wie viel Widerstand du für deine Bewegung brauchst und welche Konsistenz zu deiner Arbeitsweise passt.
Für mich ist das ein wichtiger Teil des Malprozesses. Die Struktur ist keine nachträgliche Dekoration. Sie bestimmt, wie Farbe später über die Fläche läuft, an welchen Stellen sie hängen bleibt und wo Licht und Schatten entstehen.
Strukturmasse selbst herstellen und anwenden
In meinem Video mit Workbook zeige ich dir Schritt für Schritt, wie ich eine sehr preiswerte, ungefärbte Strukturmasse selbst anrühre, auf die Leinwand bringe und nach dem Trocknen mit Acrylfarbe weiterbearbeite. Im Workbook findest du die verwendeten Zutaten, Materialien und Hinweise zum Anrühren.
Du siehst, woran ich die passende Konsistenz erkenne und wie ich die Masse verarbeite. So kannst du beim eigenen Anmischen ein Gefühl für das Material entwickeln.
Mit welchen Werkzeugen entstehen Strukturen?
Du brauchst keine große Sammlung besonderer Werkzeuge. Entscheidend ist, welche Spur ein Werkzeug hinterlässt und wie es sich in deiner Hand anfühlt.
- Palettenmesser und Spachtel ziehen klare Kanten, glatte Flächen und kräftige Rillen.
- Pinsel hinterlassen je nach Borste feine oder bewegte Spuren.
- Pappe und alte Karten eignen sich zum Schieben, Abziehen und Verteilen.
- Schwämme erzeugen unregelmäßige, weichere Oberflächen.
- Die Hände geben direkten Kontakt zum Material und seiner Konsistenz.
Trage die Masse auf, ziehe einen Teil wieder ab und verändere die Richtung des Werkzeugs. Häufig wird eine Oberfläche gerade durch diese Wechsel lebendig. Nicht jede Spur muss bleiben.
Strukturmasse einfärben und Farben selbst mischen
Strukturmasse muss nicht weiß bleiben. Je nach Rezeptur oder Produkt kannst du sie mit Farbe verbinden oder nach dem Trocknen in mehreren Schichten bemalen. Beachte bei gekauften Produkten immer die Angaben des Herstellers.
Beim Einfärben entstehen oft schon innerhalb der Masse feine Tonunterschiede. Eine zweite Farbe kann sich nur teilweise hineinmischen, während helle Farbe über den Erhebungen liegen bleibt. Dadurch wirken selbst ruhige Farbflächen lebendig.
Farbige Strukturmasse
Im Video mit Workbook Struktur & Farbe steht die farbige Strukturmasse im Mittelpunkt. Du siehst, wie sie sich mit Farbe, Schichten, Übergängen und Kontrasten im Bild verbindet. So entsteht nicht nur eine fühlbare Oberfläche, sondern ein lebendiges Zusammenspiel von Struktur und Farbe.
Wenn du deine Farben selbst mischst, wächst mit der Zeit die Sicherheit. Du erkennst, wie Weiß einen Farbton verändert, wie Braun Tiefe hineinbringt und welche Zwischentöne deine Bildflächen miteinander verbinden.
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Papier, pastose Farbe und Struktur verbinden
Struktur kann auch aus anderen Materialien entstehen. In meinem aktuellen Malprozess klebe ich gerissenes Papier auf die Leinwand. Seine Knicke und Kanten geben der dicken Farbe Stellen, an denen sie hängen bleibt oder sich sammelt.
Aus Papier, farbiger Strukturpaste und pastoser Acrylfarbe entsteht Schritt für Schritt ein Bild, dessen Formen vorher nicht feststehen. In den gerissenen Flächen tauchen sogar abstrakte Figuren auf. Genau darin liegt für mich der Reiz: Das Material bringt etwas mit, und ich kann darauf antworten.
Neu: Abstrakt malen mit Papier und farbiger Strukturpaste
Im neuen Malprozess siehst du, wie aus gerissenem Papier, pastoser Acrylfarbe und farbiger Strukturpaste ein abstraktes Mixed-Media-Bild mit Rissen, Kanten und reliefartiger Tiefe entsteht.
Trocknung, Risse und dicke Schichten
Dicke Schichten brauchen mehr Zeit zum Trocknen als ein dünner Farbauftrag. Wie lange, hängt von Material, Schichtstärke, Untergrund und Raumklima ab. Lass die Oberfläche in Ruhe trocknen und beachte bei fertigen Pasten und Medien die Herstellerhinweise.
Beim Trocknen können sich Strukturen verändern. Manchmal entstehen feine Risse. Sie können Teil der Bildsprache werden, sollten aber nicht mit einer grundsätzlich sicheren oder dauerhaften Materialverbindung verwechselt werden. Für Arbeiten, die du verkaufen oder langfristig erhalten möchtest, lohnt es sich, neue Mischungen zunächst auf einem kleinen Probestück zu testen.
Häufige Fragen zu pastosen Acrylfarben und Strukturpaste
Welche Acrylfarbe eignet sich für pastoses Malen?
Dickere Acrylfarben und sogenannte Heavy-Body-Farben halten Spachtel- und Pinselspuren deutlicher als sehr flüssige Farben. Du kannst außerdem mit geeigneten Acrylmedien oder Strukturpaste arbeiten. Beachte dabei die Angaben des jeweiligen Herstellers.
Was ist der Unterschied zwischen Strukturpaste und Strukturmasse?
Die Begriffe werden im Alltag oft ähnlich verwendet. Strukturpaste bezeichnet häufig ein gebrauchsfertiges Produkt. Mit Strukturmasse meine ich hier auch eine selbst angerührte Mischung, deren Bestandteile und Konsistenz du kennenlernst.
Kann ich Strukturpaste mit Acrylfarbe mischen?
Viele Produkte lassen sich einfärben. Wie viel Farbe geeignet ist und ob sich dadurch Standfestigkeit oder Trocknung verändern, hängt vom Produkt ab. Prüfe die Herstellerangaben und arbeite bei neuen Kombinationen zunächst auf einer kleinen Probefläche.
Ist pastoses Malen für Anfänger geeignet?
Ja. Gerade ein Spachtel kann helfen, weniger über einzelne Pinselstriche nachzudenken. Beginne mit einer kleinen Fläche, wenigen Farben und einer überschaubaren Menge Material. So lernst du zuerst, wie sich die Masse bewegen lässt.
Kann ich Strukturmasse wirklich selbst herstellen?
Ja. Entscheidend sind ein passendes Rezept, sorgfältiges Anrühren und das Verständnis dafür, wie sich die Bestandteile miteinander verbinden. Genau diesen Prozess zeige ich dir im Video und Workbook – vom Anrühren bis zur bemalten Oberfläche.
Deine eigene Struktur beginnt beim Material
Eine selbst hergestellte Masse verändert den Blick auf die Leinwand. Du arbeitest nicht nur mit einer fertigen Oberfläche, sondern verstehst, wie sie entsteht – und kannst daraus deine eigenen Spuren entwickeln.
Im Video mit Workbook begleite ich dich durch den gesamten Prozess. Das genaue Rezept, die Anwendung und die weitere Gestaltung mit Acrylfarbe hast du dabei jederzeit griffbereit.
Strukturmasse selbst herstellen →Welche Spuren würdest du mit deiner eigenen Strukturmasse auf die Leinwand bringen?
Bunte Grüße
Petra Thölken

Hallo Petra, ich habe vor einem Jahr ein Video von dir auf Youtube gefunden und sehe mir seitdem jeden Sonntag dein neues Video an. Wie machst du das nur dass die Bilder immer was werden? Ich hab bestimmt schon an die 100 Bilder gemacht und vielleicht ist eine Handvoll was geworden. Und wenn sich dann mein Mann noch kritisch äußert bin ich vollends verunsichert. Kannst du mir da eventuell weiterhelfen? Ich hoffe doch es geht nicht nur mir so. Ich wünsch dir noch einen schönen Tag. Liebe Grüße Heike
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