Wenn der Kopf voll ist, hilft mir beim Malen vor allem eines: anfangen und die Hände übernehmen lassen.
Bei dieser abstrakten Blume greife ich deshalb zuerst zur Kreide. Kein großer Plan, keine perfekte Vorzeichnung. Ich kritzle los, suche ein paar Linien und schaue, was sich daraus entwickelt.
Dann kommt die Strukturmasse dazu. Und genau da wird es spannend: Linien verschwinden, neue Kanten entstehen, die Blüte bekommt Höhe und plötzlich entwickelt sich das Bild fast unter meinen Händen weiter.
Komm mit ins Atelier. Wir malen eine abstrakte Blume mit Strukturpaste, Kreide und Acrylfarbe – plastisch, frei und ohne uns schon am Anfang festzulegen.
Dieses Video ist über YouTube eingebettet.
Abstrakte Blume malen: Kritzeln wir einfach los
Ich beginne ganz locker mit Kreide. Die ersten Linien sind nur ein Anfang.
Ein paar Kreidelinien reichen, um ins Tun zu kommen. Ab da darf sich die Blüte beim Arbeiten entwickeln. Ich muss am Anfang auch noch gar nicht wissen, was daraus wird.
Und warum denn auch? Sobald ich schon vor dem ersten Strich alles richtig machen möchte, wird die weiße Leinwand plötzlich ziemlich groß. Also lieber anfangen. Eine Linie, noch eine und schon ist etwas da, womit ich weiterarbeiten kann.
Mit Kreide die Form suchen und wieder verändern
Die Kreidelinien geben mir eine erste Richtung. Mehr müssen sie gar nicht können.
Beim Weiterarbeiten verändert sich die Form sowieso. Die Strukturmasse verdeckt Linien, schafft neue Kanten, hebt Flächen an und bringt Tiefe hinein.
Ich kann anfangen, verändern, wieder schauen und weitermachen. Das ist doch auch das Schöne an diesem Prozess. Die Blüte entwickelt sich beim Arbeiten.
Später greife ich noch einmal zur Kreide. Warum auch nicht? Neue Linien dürfen auftauchen, andere verschwinden wieder. So bleibt die Blüte locker und wird mir nicht plötzlich zu ordentlich.
Strukturmasse macht aus der Zeichnung ein Relief
Jetzt wird es plastisch. Mit Strukturpaste oder Strukturmasse baue ich Höhen und Vertiefungen direkt auf der Leinwand auf.
Dabei arbeite ich gern mit den Händen. Ich spüre sofort, wo Material fehlt, wo mir eine Fläche zu glatt ist und wo etwas mehr Höhe gut tut.
Und denkst du jetzt vielleicht: Aber dann mache ich doch meine Zeichnung wieder kaputt? Ja. Ein bisschen schon. Aber das kann sich ja auch gut anfühlen (gerade wenn man vorher eben nicht perfekte Formen gefunden hat, hat man jetzt wieder neue Möglichkeiten).
Die Strukturmasse verändert das, was vorher da war. Aus Linien werden Kanten, Erhebungen und Vertiefungen. Licht fällt anders auf die Oberfläche, kleine Schatten entstehen. Aus der flachen Zeichnung wird ein Relief, eine plastische 3D-Struktur.
Strukturmasse selbst herstellen und damit malen
Du möchtest wissen, wie ich meine Strukturmasse herstelle und wie du sie anschließend im eigenen Bild einsetzen kannst? Genau darum geht es in meinem Onlineangebot. Anrühren, ausprobieren, Oberfläche entdecken – und dann damit weiterarbeiten.
Strukturmasse selber machen →Wenn Werkzeug und Hände den Prozess übernehmen
Ich arbeite hier mit unterschiedlichen Werkzeugen – manches davon ist gar nicht fürs Malen gedacht. Ein Küchen-Werkzeug hinterlässt eine andere Spur als ein konventioneller Spachtel, die Hand wieder eine ganz andere.
Zwischendurch gehe ich auch direkt mit den Händen in die Strukturmasse. Dann spüre ich sofort, wo noch Material fehlt, wo etwas zu glatt ist oder wo ich wieder etwas zurücknehmen möchte.
So bleibe ich beim Bild. Ich probiere aus, schaue, was passiert, und reagiere darauf.
Und genau dabei wird es oft ruhiger im Kopf. Ich bin bei der Oberfläche, bei der Form, bei dem, was gerade vor mir entsteht.
Mehr Höhe? Dann kommt eben noch etwas Strukturmasse dazu
Auch die Struktur muss nicht sofort fertig sein. Wenn mir später eine Stelle zu flach vorkommt, ergänze ich einfach mit Material. Wenn etwas zu viel wird, nehme ich wieder etwas weg.
Das nimmt für mich enorm viel Druck aus dem Prozess. Ich darf Entscheidungen verändern.
Und genau dadurch entsteht nach und nach diese plastische Oberfläche, die später mit Farbe noch einmal ganz anders wirkt.
Strukturpaste selber machen - muss das kompliziert sein?
Nein. Ich stelle meine Malmaterialien schon seit vielen Jahren selbst her und liebe es, ihre Eigenschaften kennenzulernen.
Bei Strukturmasse interessiert mich zum Beispiel: Wie weich ist sie? Wie gut lässt sie sich modellieren? Wie lange kann ich noch etwas verändern? Und natürlich: Was passiert später mit Farbe auf dieser Oberfläche?
Wenn du wissen möchtest, wie ich meine Strukturmasse herstelle und damit weiterarbeite, findest du hier alles dazu:
Strukturmasse selber machen & anwenden →
Acrylfarbe auf Strukturpaste: Jetzt kommt die Farbe dazu
Erst wenn die Form für mich genug Spannung hat, kommt Farbe dazu.
Auf einer plastischen Oberfläche verhält sich Acrylfarbe ganz anders als auf einer glatten Leinwand. Sie bleibt an Erhebungen hängen, sammelt sich in Vertiefungen und hebt einzelne Kanten hervor.
Und plötzlich entdeckt man Stellen, die vorher kaum aufgefallen sind. Genau das mag ich: Die Struktur arbeitet mit der Farbe weiter.
Strukturmasse oder Krakeliermasse. Ist das dasselbe?
Nein. Die Strukturmasse in diesem Bild verwende ich für Höhen, Flächen und plastische Reliefs. Sie ist keine Krakeliermasse.
Du möchtest richtig mit Rissen arbeiten und Oberflächen gezielt aufbrechen lassen? Dann sind wir bei einem anderen Thema und einem, das ich ziemlich spannend finde.
Malen mit Krakeliermasse
Wenn dich Risse, Höhen und aufbrechende Oberflächen reizen, komm mit in meinen Onlinekurs. Dort gehen wir gezielt in diese Technik hinein.
Krakeliermasse entdecken →Einfach anfangen und dann sehen, wohin es geht
Genau deshalb arbeite ich so gern auf diese Weise. Ich kann einfach anfangen. Ein paar Kreidelinien, etwas Strukturmasse und schon bin ich mittendrin.
Die Blüte darf krumm sein. Eine Linie darf wieder verschwinden. Die Masse darf die Form verändern. Es muss nicht sofort perfekt werden.
Und weißt du was? Oft entstehen gerade dann die Stellen im Bild, die ich vorher nie hätte planen können.
Also: Kreide raus, Leinwand hinlegen und drauflos skizzieren.
Häufige Fragen zu Strukturpaste und 3D-Strukturen
Wie bekommt man eine 3D-Struktur auf eine Leinwand?
Mit Strukturpaste, Strukturmasse oder Modelliermasse lassen sich plastische Höhen und Vertiefungen direkt auf der Leinwand aufbauen. Dadurch entsteht ein Relief, das anschließend mit Acrylfarbe weiterbearbeitet werden kann.
Kann man Strukturpaste mit den Händen auftragen?
Ja. Je nach verwendeter Masse kannst du mit Spachtel, Palettenmesser, anderen Werkzeugen oder direkt mit den Händen arbeiten. Ich kombiniere das gern - je nachdem, was die Oberfläche gerade braucht.
Kann man mit Acrylfarbe auf Strukturpaste malen?
Ja. Meine Strukturmasse lässt sich nach dem Trocknen sehr gut mit Acrylfarbe übermalen. Bei anderen Strukturpasten oder Modelliermassen solltest du kurz die Herstellerangaben prüfen, da Oberfläche und Bindemittel unterschiedlich sein können.
Kann man Strukturpaste selber machen?
Ja. Strukturmasse lässt sich selbst herstellen. Wichtig sind unter anderem Konsistenz, Haftung und natürlich die Oberfläche, die du später damit gestalten möchtest.
Wie malt man eine abstrakte Blume?
Warum nicht ganz locker anfangen? Ein paar Kreidelinien reichen zunächst. Danach kannst du die Blüte mit Strukturmasse plastisch weiterentwickeln. So entsteht das Motiv beim Arbeiten und muss vorher noch gar nicht fertig im Kopf sein.
Was ist der Unterschied zwischen Strukturpaste und Modelliermasse?
Beide Begriffe werden für Materialien verwendet, mit denen sich plastische Oberflächen aufbauen lassen. Je nach Produkt oder eigener Mischung unterscheiden sie sich zum Beispiel in Konsistenz, Gewicht, Trocknung und möglicher Auftragshöhe.
Mehr über plastische Strukturen und abstrakte Acrylmalerei
Bei Künstlerstreich beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit abstrakter Acrylmalerei, eigenen Malmaterialien, Strukturpaste, Reliefs und ungewöhnlichen Oberflächen.
Mich interessiert dabei nie nur die Technik. Spannend wird es für mich dort, wo das Material plötzlich etwas mit dem Bild macht, womit ich vorher gar nicht gerechnet habe. Genau da fängt für mich Malerei an, richtig lebendig zu werden.
Wenn du Lust hast, noch eine ganz andere Verbindung von Struktur und Material zu entdecken, schau hier weiter:
Abstrakt malen mit Kaffee und Strukturmasse →

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Zum Artikel →Und natürlich bin ich jetzt neugierig: Fällt dir der Anfang leicht oder sitzt der Perfektionismus manchmal schon neben dir, bevor die erste Linie auf der Leinwand ist? Schreib mir gern unter dem YouTube-Video oder hier (Kommentare können leider nicht beantwortet werden - die liebe Technik....)
Schön, dass du hier bist. Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag um 9 Uhr bei der nächsten Videopremiere im Livechat.
Bunte Grüße
Petra Thölken


Liebe Petra
Ich bin immer wieder fasziniert,wie Wortgewandt du deinen Blog gestaltest .
Alles liest sich leicht und verständlich,man bekommt direkt Lust etwas neues auszuprobieren.
Deine positive Art und dieser Ideenreichtum sind soo hilfreich im Umgang mit den Materialien und Denkweisen.
Aufgeben gibt’s bei dir nicht,sondern experimentieren,ran tasten und fühlen wie sich alles zu einem Ganzen verbindet.
Ich bin sehr gespannt wie du mit der Spachtelmasse spielst 😉.
Wir sehen uns im Chat .
LG Bia
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