Naturmaterialien – und warum das Machen dich zurückholt
Ein Essay aus dem künstlerischen Denkraum
Wenn die Leinwand plötzlich fremd wirkt
Es gibt diesen Moment, in dem du vor der Leinwand stehst und dich fragst, ob das gerade noch deine Sprache ist. Du hast es doch schon so oft getan – und trotzdem fühlt es sich an, als wäre alles weg. Nicht das Können. Eher der Zugang. Und genau dann wird es schwierig, weil der Kopf sofort anfängt zu rechnen: Was habe ich jemals gemacht? War das nur eine gute Phase? Kann ich überhaupt noch malen?
Ich kenne diesen Moment. Und ich kenne auch den Reflex, ihn „wegdenken“ zu wollen – mit Plänen, Ideen, Disziplin. Aber das ist selten der Weg zurück. Vielleicht beginnt der Weg zurück nicht mit einer Antwort, sondern mit dem ersten Tun.
Naturmaterialien sind keine Deko – sie sind ein Anfang
Ich greife immer wieder zu Naturmaterialien, weil sie mir sofort etwas zurückgeben. Erde, Struktur, Papier, Rinde – das sind für mich keine Zutaten, damit ein Bild „spannender“ wirkt. Es sind Materialien, die mich zurück in die Hand holen. Ich spüre Körnung, Widerstand, Feuchtigkeit, Ton. Ich sehe eine Spur, noch bevor ich überhaupt weiß, wohin ich will. Und genau da passiert etwas Entscheidendes: Ich bin nicht mehr im Beweisen, sondern im Reagieren.
Heilerde ist für mich so ein Material. Schon das Wort fühlt sich weich an – nicht esoterisch, eher wie: Hier darf ich anfangen. Ich rühre eine Masse an, verteile sie, baue Relief auf, glätte Kanten, nehme Wasser dazu, arbeite mit der Hand. Und während ich das tue, wird es stiller in mir. Nicht, weil plötzlich alles gelöst ist. Sondern weil ich wieder handlungsfähig werde.
Materialien & Schritte im Bild
Manchmal braucht es keinen neuen Plan – nur eine Oberfläche, die antwortet. Eine Struktur, die dich wieder ins Tun zieht, bevor der Kopf alles zerredet.
Wenn du genau da gerade bist: Im Video nehme ich dich mit – Heilerde, Spachtel, Wasser, Acryl, kippen, fließen lassen. Und zwischendrin immer wieder dieses leise „Ah… so geht’s weiter.“
Wenn dich dieser Denkraum berührt hat:
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Schön, dass du hier bist, Petra
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