Naturmaterialien – und warum das Machen dich zurückholt
Ein Essay aus dem künstlerischen Denkraum
Wenn die Leinwand plötzlich fremd wirkt
Es gibt diesen Moment, in dem du vor der Leinwand stehst und dich fragst, ob das gerade noch deine Sprache ist. Du hast es doch schon so oft getan – und trotzdem fühlt es sich an, als wäre alles weg. Nicht das Können. Eher der Zugang. Und genau dann wird es schwierig, weil der Kopf sofort anfängt zu rechnen: Was habe ich jemals gemacht? War das nur eine gute Phase? Kann ich überhaupt noch malen?
Ich kenne diesen Moment. Und ich kenne auch den Reflex, ihn „wegdenken“ zu wollen – mit Plänen, Ideen, Disziplin. Aber das ist selten der Weg zurück. Vielleicht beginnt der Weg zurück nicht mit einer Antwort, sondern mit dem ersten Tun.
Naturmaterialien sind keine Deko – sie sind ein Anfang
Ich greife immer wieder zu Naturmaterialien, weil sie mir sofort etwas zurückgeben. Erde, Struktur, Papier, Rinde – das sind für mich keine Zutaten, damit ein Bild „spannender“ wirkt. Es sind Materialien, die mich zurück in die Hand holen. Ich spüre Körnung, Widerstand, Feuchtigkeit, Ton. Ich sehe eine Spur, noch bevor ich überhaupt weiß, wohin ich will. Und genau da passiert etwas Entscheidendes: Ich bin nicht mehr im Beweisen, sondern im Reagieren.
Heilerde ist für mich so ein Material. Schon das Wort fühlt sich weich an – nicht esoterisch, eher wie: Hier darf ich anfangen. Ich rühre eine Masse an, verteile sie, baue Relief auf, glätte Kanten, nehme Wasser dazu, arbeite mit der Hand. Und während ich das tue, wird es stiller in mir. Nicht, weil plötzlich alles gelöst ist. Sondern weil ich wieder handlungsfähig werde.
Materialien & Schritte im Bild
Manchmal braucht es keinen neuen Plan – nur eine Oberfläche, die antwortet. Eine Struktur, die dich wieder ins Tun zieht, bevor der Kopf alles zerredet.
Wenn du genau da gerade bist: Im Video nehme ich dich mit – Heilerde, Spachtel, Wasser, Acryl, kippen, fließen lassen. Und zwischendrin immer wieder dieses leise „Ah… so geht’s weiter.“
Wenn dich dieser Denkraum berührt hat:
Dann komm gern noch ein Stück mit. Auf YouTube zeige ich dir die Malpraxis dazu – ruhig, ehrlich, ohne Druck. Und wenn du magst, bleib als Follower hier bei Künstlerstreich, damit du keinen neuen Denkraum verpasst.
Schön, dass du hier bist, Petra
Liebe Petra, während einer sehr schweren Erkrankung habe ich durch Zufall deinen Kanal entdeckt. Dir beim Malen zusehen zu dürfen, deine Gedanken zu hören, deine ruhige Zugewandtheit zu spüren war für mich heilsame Therapie. Du hast mir Lebensfreude zurückgegeben. Ich alte Deutschlehrerin kann eigentlich nur interpretieren, aber nichts gut genug erschaffen. Durch dich habe ich langsam gelernt, den Kopf auszuschalten, nicht an das fertige vorzeigbare Produkt zu schielen oder mein Nicht-Können zu bestätigen. Sondern meine Gefühle einfach machen zu lassen. Und nicht aufzugeben. Ich danke dir tausendfach dafür. Wann gibt es ein Buch mit der Sammlung deiner Wort-Schätze? Mit herzlicher Umarmung leider nur von fern, deine Barbara
Liebe Petra
Woher wusstest du,daß ich genau vor diesem Thema Angst habe? Ich hab jetzt fast 1,5 Jahre mehr keinen Pinsel oder Stift in der Hand gehabt,du kennst die Gründe,kein Platz,mein Mann wohnt jetzt mit mir zusammen ,fehlende Zeit,nicht mal für Sport😔 ich fühle mich gehetzt , körperlich ausgelaugt ..Es fällt mir gerade schwer Freude zu finden. Lesen ist zwar toll,aber erfüllt mich nicht so wie kreativ zu sein. Ich stecke im Jetlag fest und warte geduldig auf den Umzug . Unser Treffen am Sonntag gibt mir soviel Kraft,daß ich mich wenigstens diese knapp 20 Minuten wie etwas lebendiger Fühle. Und du,deine Bilder die Community…ihr seid ein sehr wichtiger Teil meines gerade chaotischen lebens . Danke daß du da bist . ❤️🫂 Das wird ein toller Start in den Sonntag ☕🥐
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