Abstrakt malen mit Acryl: 3 Tipps gegen matschige Farben

Abstrakt malen mit Acryl: 3 Tipps gegen matschige Farben

Dieses Video ist über YouTube eingebettet. 

Kennst du diesen Moment, in dem du eigentlich anfangen willst – aber einfach stehen bleibst? Die Leinwand ist da, die Farben sind da, vielleicht ist sogar eine Idee da, und trotzdem passiert erst einmal nichts. Du schaust, überlegst, wartest auf den richtigen Anfang. Und genau dort wird es oft schwer.

In meinem neuen Video ging es mir genau darum: abstrakt malen mit Acryl, Farben fließen lassen und trotzdem nicht alles zu matschigem Braun vermischen. Eigentlich wollte ich einfach nur flüssig und bunt arbeiten. Dann lag da dieses kleine Stück Kreide auf dem Tisch – heruntergefallen, übersehen – und genau das wurde mein Anfang.

Abstrakt malen mit Acryl: Farben fließen lassen ohne Matsch

Beim intuitiven Malen muss der Anfang nicht groß sein. Er muss nicht klug, perfekt oder besonders sein. Manchmal reicht das, was gerade vor dir liegt – Dinge, die du sehen und anfassen kannst.

Ein Stück Kreide, das mir runtergefallen und dabei gebrochen ist. Und genau das war mein Impuls es mit zur Leinwand zu nehmen.

Ein Tropfen Farbe. Eine nasse Leinwand. Und dann dieser Moment, in dem du einfach nicht länger wartest.

Malblockade lösen: erst anfangen, dann weitersehen

Ich höre so oft: „Ich weiß nicht, wie ich anfangen soll.“ Und ganz ehrlich: Genau das ist oft schon die Blockade. Das hat nichts damit zu tun, dass du nichts kannst.
Und auch nicht damit, dass dir das nötige Talent fehlt. Sondern weil der Anfang plötzlich so groß erscheint, dass du lieber noch einmal wartest.

Im Video mache ich deshalb zuerst die Leinwand nass und lasse schwarze Acrylfarbe fließen. Sofort entstehen Linien, Kontraste und Muster. Und plötzlich ist da etwas. Das ist jetzt nicht gleich ein fertiges Bild, aber es ist ein Anfang. Und manchmal reicht genau das, um wieder in Bewegung zu kommen.

Kreide, Wasser und Acrylfarbe: Material darf reagieren

Die Kreide lasse ich auf die feuchte Leinwand rieseln. Sie saugt das Wasser auf, verändert die Oberfläche und bringt eine ganz eigene Struktur hinein. Ich muss gar nicht alles kontrollieren. Das Material arbeitet mit.

Genau solche Momente liebe ich beim abstrakten Malen: Wenn aus einem scheinbar kleinen Zufall plötzlich eine Richtung entsteht. Nicht, weil ich vorher alles wusste, sondern weil ich angefangen habe und das Bild antworten durfte.

Farben fließen lassen – ohne dass alles braun wird

Später kommen kräftige Farben dazu: Pink, Gelb, Rot und Türkis. Und da wird es spannend. Denn genau hier kippen viele Bilder. Alles ist schön bunt, alles soll frei fließen – und plötzlich ist die Leuchtkraft weg. Die Farben werden stumpf, grau oder braun.

Das heißt aber nicht, dass du ängstlich malen musst. Es heißt nur: Schau hin. Lass Farben sich berühren, aber nicht überall. Gib ihnen Raum. Warte manchmal einen Moment. Und wenn du mit Schwarz arbeitest, halte bewusst Abstand oder lass es erst antrocknen, bevor du mit hellen, leuchtenden Farben weitergehst.

Wenn du dir nur drei Dinge aus diesem Bild mitnimmst, dann sind es genau diese:

3 Tipps gegen matschige Farben beim abstrakten Malen mit Acryl

1. Lass starke Farben nicht sofort komplett ineinanderlaufen.
Türkis, Rot, Gelb und Schwarz können wunderschön wirken – aber direkt ineinander gemischt verlieren sie schnell ihre Leuchtkraft.

2. Arbeite lieber in Schichten.
Wenn ein Bereich kurz antrocknet, kannst du freier weiterarbeiten, ohne alles wieder anzulösen.

3. Greif nicht zu früh ein.
Oft entsteht genau dann etwas Spannendes, wenn du nicht sofort korrigierst, sondern dem Bild einen Moment Zeit gibst.

Sicherer mit Farbe werden: mein Grundkurs Acrylmalerei

Wenn du beim freien Malen oft unsicher wirst, weil du Angst hast, dass Farben stumpf, braun oder „falsch“ werden, hilft dir ein gutes Grundverständnis fürs Farbenmischen enorm. In meinem Grundkurs Acrylmalerei zeige ich dir, wie du aus wenigen Farben viele neue Töne mischen kannst – und warum genau dieses Wissen dich später beim freien, fließenden Malen lockerer macht.

→ Zum Grundkurs Acrylmalerei für Anfänger

Mit Pappe malen: einfache Werkzeuge nehmen Druck raus

Ich arbeite zwischendurch mit einem Stück Pappe als Spachtel. Solche einfachen Werkzeuge mag ich sehr, weil sie nicht so feierlich sind. Du musst sie nicht „richtig“ benutzen. Du kannst ausprobieren, schieben, tupfen, ziehen – und merkst dabei oft viel schneller, was das Bild braucht.

Gerade wenn du angespannt bist oder das Gefühl hast, alles müsse sofort gelingen, kann so ein unscheinbares Werkzeug viel Druck herausnehmen. Es darf spielerischer werden. Und genau dadurch wird es oft wieder lebendig.

Kreise, Linien und Flächen: die Sprache im abstrakten Bild

Am Ende kommen noch Kreise dazu – gestempelt mit einer einfachen Umverpackung. Danach Linien. Kleine Verbindungen. Richtungen. Und genau da wird das Bild für mich noch einmal anders.

Denn ein abstraktes Bild besteht nicht nur aus schönen Farben. Flächen bringen Ruhe. Punkte oder Kreise setzen Akzente. Linien verbinden, halten, lenken. Das ist für mich die Sprache der Kunst: Farben, Formen und Spuren erzählen etwas, auch wenn nichts Gegenständliches entstehen muss.

Mehr zur Sprache der Kunst: Frei und fließend malen

Wenn dich genau dieser Moment interessiert – wenn aus Farbe, Linie, Fläche und Material plötzlich eine eigene Bildsprache entsteht –, findest du dazu mehr in meinem Buch Frei und fließend malen. Darin geht es nicht nur um Techniken, sondern auch um den inneren Prozess beim abstrakten Malen.

→ Zum Buch „Frei und fließend malen“
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Du musst nicht wissen, wie dein Bild endet

Vielleicht ist genau das der wichtigste Gedanke aus diesem Video: Du musst nicht wissen, wie dein Bild am Ende aussieht. Du musst nicht jede Farbe vorher festlegen, nicht jeden Schritt planen und auch nicht sofort verstehen, wohin alles führt.

Manchmal reicht ein Anfang. Ein Stück Kreide. Ein Tropfen schwarze Acrylfarbe. Ein bisschen Wasser. Und dann der Mut, weiterzumachen, auch wenn noch nicht alles klar ist.

Video ansehen: abstrakt malen mit Acryl, Kreide und fließenden Farben

Wenn du sehen möchtest, wie dieses Bild Schritt für Schritt entsteht – mit Kreide, Wasser, schwarzer Acrylfarbe, leuchtenden Farben, Kreisen, Linien und Flächen – findest du hier das ganze Video:

→ Zum YouTube-Video: Acrylfarben fließen lassen ohne Matsch

Und wenn du gerade vor deiner Leinwand stehst und nicht weißt, wie du anfangen sollst: Mach es klein. Nimm das, was gerade da ist. Fang an. Mach einfach. ;) Ja, genau, wie ich es so oft sage: Fang an, damit wieder etwas in Bewegung kommt. Sicherheit wächst dabei oft Schritt für Schritt im Tun.

Zusammen wird daraus mehr als nur ein Video: Eine kleine Gemeinschaft von Menschen, die ihren eigenen Anfang finden. Schön, dass du ein Teil davon bist. Alles Bunte, Deine Petra


3 Kommentare


  • Karin

    Hallo Petra,
    zufällig bin ich auf deine Videos gestossen und bin so faziniert davon.Deine Ausstrahlung,die Ruhe,deine Leichtigkeit,so entspannend.Deine Erklärungen während du arbeitest,einfach toll.Ich habe vor Jahren gemalt, dann aber andere Hobbys gepflegt.Durch dich werde ich wieder anfangen zu malen,hatte ganz vergessen wie erfüllend das sein kann.
    Ganz liebe Grüsse
    Karin


  • Hella Renate Lea

    Das ist ein wirklich schöner Blog, man sollte ohne Erwartung und auch ohne den Druck das es ein Meisterwerk wird einfach spielerisch darauf eingehen und sich die Zeit nehmen zu schauen und zu lernen. Sehr schöne Worte Petra, so wird der Druck den man sich selber kreiert weggenommen! Ich freue mich schon auf mein Buch, ist schon angekündigt worden🩵bunte Grüsse, deine Hella


  • Bia

    Guten Morgen Petra
    Deine Worte und Erklärungen sind wie Musik die entsteht,eine Melodie die dich durch den Mal Prozess begleitet und Ruhe rein bringt.
    Jedes deiner Worte ist wie ein fließendes Gefühl ,daß mich beim Malen leitet wie Nervenstränge oder eine Landkarte. Jeder Abfahrt oder Pause oder Weggabelung,führt mich weiter in neue Umgebungen und Landschaften. Die Art und Weise wie du deine Malerei beschreibst ist wie eine Abenteuer Reise ,man weiß nie was einem am Ende erwartet 😉
    Ich habe dein Buch auch schon bekommen,aber hatte noch keine Ruhe mich damit zu beschäftigen,aber kommt noch.
    Wir sehen uns am Sonntag im Chat
    LG Bia 🫂


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