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Eine Frauenfigur abstrakt malen und dabei mit Papier eine plastische 3D-Struktur direkt auf der Leinwand entstehen lassen: Für dieses Bild habe ich altes Papier gefaltet, geformt und auf die Leinwand geklebt. Daraus entwickelt sich das Kleid meiner Figur – mit echten Höhen, Falten und Vertiefungen.
Erst danach kommt die Acrylfarbe ins Spiel. Ich lasse sie mit viel Wasser über die Papierstruktur fließen, kippe und drehe die Leinwand und beobachte, wie sich die Farbe ihren Weg durch die Falten sucht. So entsteht der Faltenwurf nicht allein durch den Pinsel. Das Material arbeitet mit.
Aus Weiß, Grün, erdigen Tönen und wenigen goldenen Akzenten entsteht nach und nach eine Frauenfigur, die sich fast aus der Leinwand herausbewegt. Für mich wird sie während des Malens zu einer Figur der Freiheit – zu einer Art „Freiheitsstatue auf Leinwand“.
Struktur muss für mich nicht immer aus Spachtelmasse entstehen.
Papier lässt sich falten, knicken, aufstellen und wieder zusammendrücken. Genau dadurch bekommt dieses Kleid seine Bewegung.
Frauenfigur abstrakt malen: mit einer einfachen Skizze beginnen
Am Anfang zeichne ich die Frauenfigur nur locker auf die Leinwand. Ich sehe sie von hinten, die Arme öffnen sich nach außen und das Kleid soll sich weit über die Fläche bewegen. Viel mehr brauche ich zunächst gar nicht.
Die Zeichnung ist für mich eine Orientierung. Sie muss später nicht sichtbar bleiben und schon gar nicht jede Falte des Kleides festlegen. Denn genau dafür kommt im nächsten Schritt das Papier dazu.
Wenn du selbst eine abstrakte Figur malen möchtest, kann so eine reduzierte Vorzeichnung den Anfang leichter machen. Du weißt ungefähr, wo deine Figur ihren Platz bekommt, lässt dir aber noch genügend Raum, um beim Weiterarbeiten auf Material, Farbe und Formen zu reagieren.
3D-Struktur mit Papier auf Leinwand gestalten
Jetzt beginnt der Teil, den ich an diesem Bild besonders spannend finde. Ich nehme altes Papier, lege es über die vorgezeichnete Figur und beginne, das Kleid direkt auf der Leinwand zu formen.
Ich falte, schiebe, knicke und verändere das Papier so lange, bis sich die Form richtig anfühlt. Einige Stellen liegen fast flach auf der Leinwand, andere stehen deutlich hervor. Das Kleid bekommt dadurch eine echte plastische Tiefe.
Bei diesem Bild entsteht die Bewegung dadurch nicht nur durch Farbe und Zeichnung. Die Falten werfen tatsächlich Licht und Schatten – und je nachdem, von welcher Seite du das Bild ansiehst, verändert sich die Oberfläche.
Die Materialliste zu diesem Video
Du möchtest diese 3D-Technik mit Papier selbst ausprobieren? Ich habe dir die verwendeten Materialien und Werkzeuge aus dem Video kompakt zusammengestellt – vom Untergrund über Papier und Farbe bis zu den Werkzeugen.
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Acrylfarbe über die Papierstruktur fließen lassen
Nachdem das Papier getrocknet ist, möchte ich die entstandenen Falten nicht einfach übermalen. Ich möchte, dass die Farbe genau diese Struktur sichtbar macht.
Dafür arbeite ich mit flüssiger Acrylfarbe und Wasser. Die Farbe läuft über die erhöhten Stellen, sammelt sich in Vertiefungen und zieht durch die Falten des Papiers. Durch Kippen und Drehen der Leinwand kann ich ihre Richtung beeinflussen, ohne jeden Verlauf vollständig kontrollieren zu müssen.
So entstehen ganz von selbst dunklere Tiefen und hellere Höhen. Der Faltenwurf des Kleides wird sichtbar, ohne dass ich jede einzelne Falte vorher zeichnen und anschließend ausmalen muss.
Die Falten muss ich nicht malen – sie sind schon da.
Farbe und Wasser machen sichtbar, was zuvor im weißen Papier fast verschwunden ist.
Du möchtest noch mehr mit plastischen Oberflächen arbeiten?
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Die Frauenfigur mit dem Pinsel herausarbeiten
An diesem Punkt ist die Papierstruktur schon sehr präsent, die Figur selbst braucht für mich aber noch etwas mehr Klarheit. Mit einem kleineren Pinsel arbeite ich deshalb einzelne Bereiche weiter heraus.
Ich verstärke Höhen und Tiefen, definiere die Arme und greife an manchen Stellen auch einfach mit den Fingern in die Farbe. Genauigkeit ist dabei gar nicht mein Ziel. Die Figur soll erkennbar werden, ohne ihre Offenheit zu verlieren.
Und natürlich kommt auch bei mir irgendwann der Moment, an dem ich vor dem Bild stehe und erst einmal nicht weiß, wie es weitergeht. In diesem Fall entscheide ich mich für Grün.
Onlinekurs
Vom Gegenständlichen zur abstrakten Malerei
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Onlinekurs ansehen →Grün, Weiß und Gold: Farbe bekommt Bedeutung
Das Grün verbinde ich in diesem Bild mit Natur, Wachstum und Erde. Gleichzeitig sorgt der dunklere Hintergrund dafür, dass das helle Kleid stärker aus der Leinwand hervortritt.
Mit Weiß hole ich anschließend wieder Licht in das Bild. Die geöffneten Arme und das helle Kleid bekommen dadurch noch mehr Weite. Gold setze ich nur sparsam ein. Kleine Akzente reichen mir hier vollkommen.
Eine Freiheitsstatue auf Leinwand
Meine Frauenfigur ist keine bestimmte Person. Für mich wird sie in diesem Bild zu einer Figur der Freiheit - zu einer Art „Freiheitsstatue auf Leinwand“.
Freiheit kann man eigentlich gar nicht sehen. Und trotzdem können wir versuchen, ihr eine Form zu geben. Für mich sind es in diesem Bild die geöffneten Arme, die Bewegung des Kleides, das Licht und der Raum, den sich die Figur auf der Leinwand nimmt.
Du kannst darin natürlich etwas vollkommen anderes entdecken. Ich kann erzählen, was mich beim Malen beschäftigt hat und was ich in mein Bild hineingelegt habe. Was du darin siehst oder empfindest, kann ich dir nicht vorschreiben.
Genau deshalb ist Kunst für mich eine Sprache.
Wir können etwas sichtbar machen, das keine feste Form hat und trotzdem darf jeder Mensch darin etwas Eigenes entdecken.
Community · Deine Bildsprache
Wie sieht deine Freiheit aus?
Meine Freiheit sieht in diesem Bild wie eine Frauenfigur mit geöffneten Armen und einem Kleid aus Papier aus. Deine muss damit überhaupt nichts zu tun haben.
Vielleicht ist sie eine Landschaft, eine Farbe, eine Linie, eine Bewegung, ein völlig abstrakter Farbfluss oder etwas, auf das außer dir niemand gekommen wäre.
Male, zeichne oder collagiere deine eigene Vorstellung von Freiheit.
Ich möchte eure Arbeiten sammeln und zeigen, wie unterschiedlich wir dasselbe Thema ausdrücken können – und wie vielfältig wir nebeneinander und miteinander sein können.
Mein Bild zur Freiheit einreichen →Wenn du noch am Anfang stehst
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Schön, dass du hier bist. Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag um 9.00 Uhr im Livechat. Ich freue mich auf dich.
Bunte Grüße
Petra Thölken
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