Abstrakt malen für Anfänger: In 10 Minuten zum eigenen Bild

Wie fängt man ein abstraktes Bild überhaupt an?

Genau an dieser Stelle kann eine weiße Leinwand plötzlich erstaunlich kompliziert werden. Welche Farbe nehme ich zuerst? Wo soll jetzt die erste Linie hin? Und muss ich schon wissen, was daraus werden soll?

Bei diesem Bild kannst du mir deshalb einfach von Anfang an über die Schulter schauen. Ich beginne mit ein paar Schwüngen aus Kohle, sprühe Wasser darüber und nehme einen ganz normalen Fensterwischer als Rakel. Später kommt noch eine kleine Holzrolle aus der Küche dazu, eigentlich für Teig gedacht.

Und dann geht es ziemlich schnell. Nach wenigen Minuten ist die weiße Fläche verschwunden, erste Spuren und Kontraste sind da und ich bin längst mitten im Bild. Nach ungefähr fünf oder sechs Minuten könnte es sogar schon fertig sein. Nach etwa zehn Minuten höre ich auf.

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Schau zu, wie das Bild in wenigen Minuten entsteht

Vom ersten Kohlestrich auf der weißen Leinwand bis zum fertigen Bild: Im Atelierfilm siehst du den ganzen Prozess mit Fensterwischer, Holzrolle, wenigen Acrylfarben und vielen kleinen Entscheidungen unterwegs.

Wie fange ich ein abstraktes Bild an?

Beginne mit einer einfachen Spur. Das kann Kohle, verdünnte Acrylfarbe, eine Linie oder eine gerakelte Fläche sein.

Sobald etwas auf der Leinwand passiert, wird die Angst vor der weißen Leinwand meist schon kleiner. Du hast etwas, worauf du reagieren kannst, und der nächste Schritt ergibt sich oft viel leichter.

Gerade am Anfang steht oft der eigene Anspruch im Weg, dass gleich etwas Gutes oder sogar Perfektes entstehen soll. Dabei musst du doch noch gar nicht wissen, wie das Bild am Ende aussehen wird. Fang einfach an, schau, was passiert, und entscheide von dort aus weiter.

Ein abstraktes Bild in 10 Minuten?

Ich hatte tatsächlich ungefähr zehn Minuten im Kopf. Einfach machen, nicht ewig überlegen und schauen, wie weit ich komme.

Und irgendwann im Video sage ich sogar: Eigentlich könnte es jetzt schon fertig sein.

Das heißt natürlich nicht, dass jedes Bild nach fünf oder zehn Minuten abgeschlossen sein muss. Aber es zeigt sehr schön, wie schnell etwas entstehen kann, sobald die ersten Entscheidungen gefallen sind.

Du brauchst halt nicht erst eine Stunde Anlauf. Zehn Minuten können reichen, um aus einer leeren Leinwand ein Bild zu machen.

Die kleine Holzrolle macht plötzlich etwas ganz anderes

Dann kommt ein Werkzeug ins Spiel, das ursprünglich gar nichts mit Malerei zu tun hat: meine kleine Holzrolle für Teig.

Ich benutze sie nicht, um das ganze Bild zu überrollen. Mich interessieren die feinen Spuren und Muster, die sie hinterlässt.

Mal rolle ich nur leicht darüber, mal nehme ich wieder Farbe weg, mal setze ich eine neue Spur daneben. Und wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich noch einmal darüber.

Gerade solche einfachen Werkzeuge können helfen, lockerer zu arbeiten, weil man mit ihnen nicht automatisch versucht, etwas „schön zu malen“.

Du brauchst nicht zehn Farbtuben

Auch bei den Farben halte ich es hier übersichtlich.

Sonnengelb und warme Goldtöne treffen auf Schwarz und Weiß. Später kommt etwas Orange dazu. Mehr braucht dieses Bild gar nicht.

Beim Rollen und Überarbeiten mischen sich die Farben teilweise direkt auf der Leinwand. Ich weiß durch meine Erfahrung ungefähr, was dabei passieren wird. Und genau das ist ein wichtiger Punkt beim freien Malen: Je besser du Farbe und Werkzeug kennst, desto leichter kannst du während des Prozesses entscheiden.

Abstrakte Acrylmalerei von Grund auf

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Abstrakt malen zu Hause: Du brauchst kein großes Atelier

Wenn du zu Hause malen möchtest, brauchst du dafür keinen perfekten Raum.

Schütze deinen Tisch oder den Boden, leg die Leinwand hin, stell ein paar Farben daneben und fang an. Gerade für solche kurzen Maleinheiten ist das wunderbar.

Du musst nicht erst alles vorbereiten, sortieren und besitzen. Manchmal reicht tatsächlich eine freie Ecke, zehn Minuten Zeit und die Lust, etwas auszuprobieren.

Wann ist ein abstraktes Bild fertig?

Nach ungefähr fünf oder sechs Minuten war das Bild eigentlich schon da.

Es hätte so bleiben können.

Ich habe trotzdem noch einmal einzelne Stellen verändert, etwas überrollt, Farbe zurückgenommen und ein paar Bereiche verbessert. Nicht, weil das Bild vorher falsch war, sondern weil ich beim Hinschauen noch gemerkt habe: Da geht noch etwas.

Nach ungefähr zehn Minuten habe ich dann aufgehört.

Gerade beim abstrakten Malen kann ein Bild an mehreren Stellen schon funktionieren. Die eigentliche Frage ist oft nicht: Ist es schön genug? Sondern: Braucht es wirklich noch etwas?

Wenn dich genau diese Frage beschäftigt, lies hier weiter: Wann ist ein Bild fertig? Wenn schön noch nicht genug ist.

Aus meinem Atelier

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Über Petra Thölken

Ich bin Künstlerin und Bestseller-Autorin. Seit mehreren Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Malerei, Farbe und der Herstellung eigener Malmaterialien. Seit 2003 liegt mein Schwerpunkt auf abstrakter Malerei und künstlerischen Prozessen. Mich interessiert, wie aus Material, Wahrnehmung und Entscheidungen eine eigene Bildsprache entsteht. Die Leinwand ist für mich ein Ort zum Ausprobieren, Verändern, Verwerfen und Weiterdenken.

Häufige Fragen zum abstrakten Malen für Anfänger

Wie fange ich ein abstraktes Bild an?

Beginne mit einer einfachen Spur. Das kann Kohle, verdünnte Acrylfarbe, eine Linie oder eine gerakelte Fläche sein.

Sobald etwas auf der Leinwand passiert, wird die Angst vor der weißen Leinwand meist schon kleiner. Du hast etwas, worauf du reagieren kannst, und der nächste Schritt ergibt sich oft viel leichter.

Gerade am Anfang hilft es, den Anspruch auf Perfektion ein Stück loszulassen. Du musst noch nicht wissen, wie das Bild am Ende aussehen soll. Erst einmal geht es darum, ins Tun zu kommen.

Kann ich als Anfänger abstrakt malen?

Ja. Gerade abstrakte Malerei bietet viele einfache Einstiege. Du kannst mit wenigen Farben und Werkzeugen beginnen und nach und nach lernen, wie Farbe, Kontraste, Formen und Spuren zusammenwirken.

Kann wirklich in 10 Minuten ein abstraktes Bild entstehen?

Ja. Nach ungefähr fünf oder sechs Minuten hätte dieses Bild bereits so bleiben können. Ich habe noch einige Stellen verändert und nach etwa zehn Minuten aufgehört.

Welche Werkzeuge kann ich zum abstrakten Malen benutzen?

Neben Pinseln eignen sich Rakel, Fensterwischer, Rollen, Schwämme, Spachtel, Karten und viele andere Werkzeuge. In diesem Bild verwende ich unter anderem eine kleine Holzrolle für Teig aus der Küche.

Welche Farben brauche ich für abstrakte Acrylmalerei?

Du brauchst nicht viele Farben. Für dieses Bild arbeite ich mit wenigen warmen Gelb- und Goldtönen, Schwarz, Weiß und etwas Orange.

Kann ich abstrakt malen, ohne vorher zu wissen, wie das Bild aussehen soll?

Ja. Du kannst dich Schritt für Schritt durch den Prozess bewegen. Eine Spur führt zur nächsten, Farben verändern sich und du entscheidest unterwegs, was bleiben darf und was du wieder überarbeitest.

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Es geht um den eigenen künstlerischen Prozess und darum, mit der Zeit eine persönliche Bildsprache zu entwickeln.

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bunte Grüße,
Petra Thölken


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